In der Gin Destillerie bei Köln arbeiten Inga und Benedikt an den Vorbereitungen der nächsten Charge.

Aromen, Düfte und Geschmäcke können — noch intensiver als Bilder oder Musik — Erinnerungen an besondere Augenblicke und Erfahrungen in uns hervorrufen.

Deshalb destilliere ich charakteristische Zutaten von der Natur ausgewählter Orte und Regionen, die ich mit den schönsten Erlebnissen unserer Reisen verbinde.

Von Zeit zu Zeit entstehen dabei außergewöhnliche Gins und Edelbrände, die die beeindruckendsten Destinationen in aromatischen Genussmomenten erlebbar machen.

—Benedikt Brauers, Jahrgang 1986, Destillateur und Wanderer

Frische Kräuter werden von Inga abgewogen, während Benedikt sich um die Vorbereitungen der Gin Produktion kümmert.
Mediterrane Wacholderbeeren bester Qualität werden für den Gin selektiert und abgewogen.
Benedikt füllt die Destille mit Getreide Vodka als Basis für den Gin.
Frische Zitronen werden von Hand geschält, so dass nur die feinen Zesten, die die aromatischen ätherischen Öle enthalten, in den Geistkorb gelangen.
Der Gin Botanical Tray mit den frischen Zitronenschalen wird in den Brennkessel gehängt.
Inga bereitet die frischen Kräuter auf die Gin Destillation vor.
Echter Lavendel aus der Haute-Provence wird für den Gin destilliert.
Der Gin Brennkessel in der Kölner Destillerie ist gefüllt und wird aufgeheizt.

Unser Geruchssinn ist der einzige, der direkt mit dem Emotionszentrum unseres Gehirns verbunden ist. Daher sehe ich, wie sich die blauviolett blühenden Felder auf dem Plateau de Valensole vor mir ausbreiten, wenn der zarte Lavendelduft des Provence Gin meine Nase erreicht.

Schmecke ich die frischen Kräuter, denke ich an die ausgedehnten Abendessen in geselliger Runde, die das südfranzösische Lebensgefühl unvergesslich machen. Die spritzigen Limonen bringen mich an die wunderschönen Mittelmeerstrände zurück, die wir mit einem kühlen Drink in der glühenden Abendsonne entlang spaziert sind.

Es sind genau diese Momente, die ich mit meinen Gins und Destillaten einfangen möchte. Daher wähle ich Zutaten, die die typische Küche oder die Landschaft und Natur einer Destination prägen. Dann gilt es Wege zu finden, diesen ihr kostbares Aroma auf schonende Weise zu entlocken.

Dies ist ein langwieriger und nicht selten auch frustrierender Prozess. Die eine Zutat verhält sich nicht unbedingt wie die Andere. Daher muss ich durch aufwendiges Experimentieren jeweils eine passende Methode entwickeln, um die gesuchten Geschmacksnoten in den Alkohol zu übertragen.

Mit Geduld entstehen so schlussendlich hocharomatische Essenzen mit deren ausgewogener Komposition ich Sie auf eine geschmackliche Reise zu den schönsten Orten mitnehme. Um sich einmal einen persönlichen Eindruck von meiner Arbeit zu machen, können Sie mich gerne für ein Gin Tasting in meiner Destillerie bei Köln besuchen.

Benedikt schaltet das Rührwerk im Gin Kessel an.
Bei etwa 80 Grad fängt der Gin an zu destillieren.
Die Edelbrand Kolonne wird vom Gin Dampf durchzogen.
Gin rinnt aus der Destillerie in Köln.
Benedikt öffnet den Brennkessel nach der Gin Destillation.
Das neue Gin Destillation kommt zur Reifung in Edelstahlfässer.

Die Frage, wie aus mir ein Destillateur mit eigener Brennerei geworden ist, wird von den Gästen bei meinen Gin Tastings eigentlich immer gestellt. Hier jetzt schon alles zu erzählen würde also etwas die Spannung nehmen und sowieso den Rahmen sprengen.

Soviel möchte ich Ihnen dennoch schon einmal verraten: ich habe weder einen familiären Bezug zur Spirituosen-Herstellung noch bin ich durch den klassischen Ausbildungsweg in der Branche gelandet. Vielmehr bin ich durch das – genussvolle – Trinken erst zum leidenschaftlichen Sammler feiner Tropfen und letzten Endes selbst zum Destillateur solcher geworden.

Das Ganze passierte natürlich nicht von heute auf morgen und der Weg war noch viel steiniger, als ich es mir im Frühling 2014 bei der Kündigung meines alten Bürojobs vorgestellt hatte. Zwischenzeitlich drohte mein Traum sogar jäh zu platzen und irgendwann konnte ich die schlaflosen Nächte gar nicht mehr zählen.

Aber manchmal lohnt sich die Hartnäckigkeit. Nach über zweieinhalb Jahren, die ich in den Aufbau der Brennerei gesteckt habe, konnte ich im August 2016 endlich die »Wanderer Destillerie« am Kölner Stadtrand eröffnen und dem ersten glücklichen Kunden eine Flasche meines provenzalischen Gins überreichen.

Jede einzelne Gin Flasche wird von Benedikt poliert.
Inga und Benedikt füllen den Gin in die Wayfarer Flaschen an.
Inga schreibt auf jedes Flaschenetikett die Chargennummer auf.
Der fertige kölner Gin wartet auf die ersten Drinks.